Projekt: Klimaschutz-orientierte energetische Sanierung des kommunalen Dienstleistungsgebäudes auf der Ockenswarft, Hallig Hooge

Antragsteller: Gemeinde Hallig Hooge

Fördermenge: 124.065,72 €

Durchführungszeitraum: 01.04.2013 - 30.09.2013

Projektbeschreibung:
Das Gemeinde-Wohnhaus Ockenswarft wurde ursprünglich 1963/ 1964 im Rahmen des Sanierungsprogramms nach der Sturmflut 1962 als Familienwohnhaus mit Stall gebaut. Ende der 1990er Jahre wurde das Objekt umgebaut und für 3 Wohnungen der gemeindlichen Grundversorgung hergerichtet: Wohnbedarf für Krankenpfleger, Gemeindeangestellte auch als „rollstuhlgerechte“ Wohnung. Der ehemals landwirtschaftlich genutzte Stall ist nun der Bauhof der Gemeinde Hallig Hooge.

Das kommunale Wohnhaus leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Grundversorgung auf der Hallig. Aufgrund der begrenzten Fläche sowie des faktisch nicht existierenden (privaten) Wohnungsmarktes auf der Hallig ist die Gemeinde in der Pflicht, zur Aufrechterhaltung und Sicherung der Grundversorgung für die Halligbevölkerung Wohnraum für im Bereich der Grundversorgung (z. B. Bildung, Gesundheit, Gemeinde) Beschäftigte anzubieten. Das Anbieten bzw. Bereitstellen von bezahlbarem Wohnraum zählt zum Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge. Halligen leben vom Zuzug. Hier gestaltet sich die Wohnungssuche ungleich schwieriger als auf dem Festland. Ein Pendelverkehr zwischen Wohn- und Arbeitsstätte, wie er auf dem Festland gängig ist, ist auf bzw. insbesondere zur Hallig nicht möglich. Insofern ist hier das Angebot von Wohnraum (i. S. von Dienstwohnungen) durch die Gemeinde entscheidende Voraussetzung für die kommunale Grundversorgung. Die Gemeinde verfolgt bei der Vermietung keine wirtschaftlichen Interessen im Sinne einer Gewinnmaximierung, die Vermietung ist Mittel zum Zweck: Sicherung der Grundversorgung bzw. des Gemeinwohls stehen im Vordergrund.
Die Beheizung und Warmwasserbereitung erfolgt derzeit über einen mit Heizöl befeuerten zentralen Heizkessel.

Der Bauzustand und die Beheizung mit Heizöl entsprechen weder dem technischen Stand noch heutigen Effizienz- und Klimaschutzgesichtspunkten. Das Ziel der Gemeinde Hallig Hooge ist es, inmitten des Nationalpark Wattenmeer und als Teil der Biosphäre Halligen angesichts der drohenden Klimaveränderungen mit ihren eigenen Liegenschaften Zeichen zu setzen und ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen: Abkehr von der fossilen Beheizung und Umsetzung wichtiger Klimaschutzmaßnahmen.

Ansätze hierzu gibt und gab es in dem längerfristig angelegten Energieberatungsvorhaben der Halligen 2010-2011: „Schalt Dich ein fürs Klima“. Hier wurden bereits erste Ansätze zur energetischen Sanierung der für die Gemeinde so wichtigen Wohnraumpotentiale erarbeitet.
Ein konkretes Energiekonzept zur klimafreundlichen Sanierung ist derzeit in Bearbeitung; erste Ergebnisse fließen in diesen Antrag ein.
Ziel des Sanierungskonzeptes und der raschen Umsetzung ist die Abkehr vom fossilen Heizöl inmitten des Nationalparks Wattenmeer durch die zukünftige Beheizung mit einem Holzpelletskessel und einer energetischen Ertüchtigung des Gesamtgebäudes.

Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:
     -  Demontage Heizölkessel und Heizöltanks und
     -  Einbau effizienter CO2-freier Heizungstechnik auf Basis Holzpellets
     -  Dämmung der Gebäudehülle
             o Außenwand -> nachträgliche Kerndämmung,
             o Dach -> Aufsparrendämmung
             o Fenster -> Einbau neuer dreifachverglaster Fenster und Türen mit hohem Wärmeschutz der Rahmenbauteile
             o Kellerdecke -> Dämmung der Kellerdecke
            
Von dieser Maßnahmenkombination erhofft sich die Gemeinde Hallig Hooge zum einen eine drastische Energieeinsparung und CO2-Reduzierung, zum anderen auch einen positiven Effekt bei Urlaubsgästen als auch bei der einheimischen Bevölkerung, die evtl. dem guten (Vorbild-)Beispiel folgen möchten. Langfristig ist beabsichtigt, dem Preisanstieg der fossilen Energieträger und damit den horrenden Betriebsausgaben der Kommune etwas entgegenzusetzen. Die Umsetzung der Maßnahme trägt zur kommunalen Haushaltskonsolidierung bei.