Projekt: Bestandsaufnahme, Modernisierung und Optimierung der Kreisradwege und Rundrouten in Nordfriesland

Antragsteller: Wirtschaftsfördergesellschaft Nordfriesland mbH; Kreis Dithmarschen, Kreis Nordfriesland

Beantragte Förderung: 23.061,39, davon AktivRegion Uthlande 2.935,72 €

Durchführungszeitraum: 30.09.2009 - 31.11.2011

Projektbeschreibung:
Der Kreis Nordfriesland hat ein Kreisradwegenetz, das nach dem Erlass „Radwegeweisung in Schleswig-Holstein“ des MLUR von 1999 ausgeschildert wurde. Darüber hinaus gibt es regionale und Gemeinderouten, die im Regelfall unabhängig von den Kreisnetzen verlaufen und oft ein eigenes Beschilderungssystem haben.
In dem Kreis liegt ein Wegweisungskataster vor, teilweise sind die Informationen für die Beschilderungen (noch) nicht in diese Kataster eingearbeitet. Das Wegweisungskataster ist nicht fortschreibungsfähig. Zudem würde die zuständige Dienststelle eine einfacher zu bedienende Katastersoftware begrüßen.
Fast alle Strecken, vor allem aber die interessanten Besichtigungspunkte entlang der Strecken, Rast- und Einkehrmöglichkeiten, Informationen über Fahrradreparaturbetriebe, etc. sind noch nicht aufgenommen bzw. noch nicht GPS-fähig digitalisiert.
Die vorhandene Infrastruktur bedarf der Modernisierung. Auch fehlt es an geeigneten Rastplätzen und die vorhandenen Rastplätze müssen zum Teil noch ergänzt werden (Infotafeln, Abstellbügel, Tische, etc.). Es gibt z.B. an der ganzen Westküste keine einzige Fahrradabstellanlage in der ein Tourenrad mit Gepäck abgestellt werden könnte.
Es gibt nur wenige Bed&Bike Betriebe an der Westküste. Im Rahmen des Projektes werden die Vermieter auf Informationsveranstaltungen für diese Thematik sensibilisiert und motiviert. Ziel ist die Erhöhung der klassifizierten Betriebe.

Ziele des Projektes:
Ziel des Projektes ist es, die Qualität für den Radtourismus an der Westküste Schleswig-Holsteins zu erhöhen und langfristig zu sichern. Dabei spielen die Verbesserung der Wege und Beschilderungsqualitäten sowie der Ausbau der begleitenden Infrastruktur eine wichtige Rolle. Befragungen haben gezeigt, dass gerade auch die im landesweiten Tourismuskonzept benannten Zielgruppen der „Familien mit Kinder“ und „Best Ager“ sehr großen Wert auf gut ausgebaute und zuverlässig beschilderte Radwege legen. Durch die Verbesserung der Infrastruktur werden mehr Gäste die Region erradeln und damit zu einer Steigerung der Übernachtungszahlen führen. Um genauere Aussagen zur Steigerung der Radgäste machen zu können wäre es sinnvoll Erhebungen an Fernradwegen zu machen, um mit den gewonnenen Daten repräsentative Hochrechnungen durchführen zu können.
Durch das Projekt wird für die Projektlaufzeit direkt nur eine neue Stelle geschaffen. Es ergeben sich aber viele indirekte Beschäftigungseffekte im Bereich der Gastronomie, der Beherbergung (speziell für Bett & Bike Betriebe) und im Fahrradhandel/Fahrradverleih.

In Abstimmung mit der landesweiten Rad-AG soll im Rahmen des Projektes eine neue landesweit einheitliche und einfacher zu bedienende Katastersoftware eingeführt werden.
Die im Rahmen der Befahrung erhobenen Daten werden direkt in das neue Kataster eingepflegt. Außerdem wird im Rahmen des Projektes ein Konzept für die zukünftige Pflege des Radwegekatasters in den beiden Kreisen erarbeitet.
Bei den Kreisradwegen soll sowohl der Wegebestand als auch die Beschilderung auf der Grundlage der in der landesweiten Rad-AG abgestimmten Qualitätsstandards aufgenommen und in der landesweiten Wegedatenbank dokumentiert werden.
Für die Erfassung des Wegebestandes lag bislang in Schleswig-Holstein keine zeitgemäße, fortschreibungsfähige Dokumentationsart vor. Aus diesem Grund wurde von der Radkoordinierungsstelle gemeinsam mit dem MWV und dem Landesbetrieb Straßenbau eine Wegebestandsdatenbank (auf MS Access-Basis) aufgebaut, die Informationen über Wegeart, Belag, Breite, Zustand, Handlungsbedarf, DTV, etc. beinhaltet und zukünftig landesweit zum
Einsatz kommen soll. Die Datenbank soll die Grundlage für das Erstellen von
Maßnahmenprogrammen zur Erhaltung und zum Ausbau der Wegeinfrastruktur sein.

Außerdem ist sie die Basis für die zukünftige Darstellung von radtouristischen Inhalten im Radportal der TASH (seit Februar 2008) und die Darstellung von Fachinformationen zum Radverkehr im sog. „Radexpertenportal“ (Arbeitstitel – soll in der 2. Jahreshälfte 2008 in die Umsetzung gehen). Die Datenbank liegt in der Beta-Version vor und wird dem Auftragnehmer dieses Vorhabens zur Verfügung gestellt. Ebenso liegen die Erhebungskriterien für die Erfassung von Wegen und Wegweisungsqualitäten sowie der begleitenden Infrastruktur vor und sollen angewendet werden.
Auf der Grundlage der Bestandserfassung wird Handlungsbedarf für die Qualitätsverbesserung des Wegezustandes definiert und eine Prioritätenreihung zur Mängelbeseitigung festgelegt.
Im Rahmen des Projektes werden die jetzigen Regelungen bezüglich der Wartung der Radwege und der Beschilderung überprüft und Empfehlungen für die zukünftige Arbeit gegeben. Angedacht ist eine zentrale Lösung über die Kreise.

Außerdem sollen die Schilderpfosten mit Servicenummer und einer zentralen Telefonnummer versehen werden, so dass fehlende oder schadhafte Beschilderung von Einheimischen oder Gästen direkt gemeldet werden kann.
Fehlende Beschilderung wird zeitnah nach der Bestandserfassung ersetzt. Ausgehend von den Erfahrungen der Befahrung im Kreis Schleswig-Flensburg rechnen wir mit ca. 100 fehlenden Zielwegweisern und ca. 500 fehlenden Zwischenwegweisern. Die Kosten belaufen sich auf ca. 30,- €/Netto je Zielwegweiser und 15,-€/Netto je Zwischenwegweiser . Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 10.500,- €/Netto.
Die Montage erfolgt über die jeweils zuständigen Bauhöfe.
Auch die Streckenführung der Kreisradwegenetze und der regionalen Rundrouten wird im Rahmen der Befahrung untersucht. (an einigen Stellen laufen die Rundrouten und die Kreisradwegenetze parallel) und aufeinander abgestimmt.
Auf Basis der Befahrungsergebnisse werden Empfehlungen für die radwegebegleitende Infrastruktur gegeben. In Abstimmung mit der landesweiten Rad-AG sollen einheitliche, zweckmäßige und attraktive Infrastrukturmaßnahmen angeschoben werden. Im Rahmen verschiedener Workshops werden dazu modellhafte Infrastrukturmaßnahmen entwickelt.
Angedacht wurde in diesem Zusammenhang auch ein Wettbewerb von Kunst- bzw. Architekturstudenten oder ein Wettbewerb in der Region. (Arbeitstitel: „Wie sieht die typische „Nordseehütte“ aus?“
Ein Anreiz für die Gemeinden zur Umsetzung dieser Infrastrukturmaßnahmen wird unter anderem dadurch geschaffen, dass die ersten 4 Kommunen die mit der Umsetzung diese Infrastrukturmaßnahmen beginnen ebenfalls aus diesem Projekt gefördert werden.

Die restliche Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen soll im Rahmen der Aktivregionen erfolgen. Alle fünf Aktivregionen in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen haben das Thema Radfahren als wichtiges Thema in ihren integrierten Entwicklungsstrategien benannt.
Erste Gespräche wurden bereits mit den Verantwortlichen in den Aktivregionen geführt. Die Bereitschaft weitere Infrastrukturmaßnahmen umzusetzen war bei allen Gesprächspartnern sehr groß.
Auf Informationsveranstaltungen und Workshops werden die lokalen Akteure für die Themen Qualität und Service für Radfahrer sensibilisiert und geschult.
Im Rahmen der Befahrung werden alle Strecken und die interessanten Punkte entlang der Strecke GPS-fähig digitalisiert. Diese Daten werden dann auch den Orten und anderen Projektträgern in den Kreisen zur Verfügung gestellt werden.